Montag, 23. Juni 2008

Der Tag nach der Ankunft

Tag 0:
Der gestrige Tag ließ nach der Ankunft nur noch Zeit für ein Essen in einem "Kilo-Restaurant", wo man das Essen, egal ob Reis oder Lachs, nach dem reinen Gewicht bezahlt, und ein paar Blicken in die Reiseführer und Wörterbücher. Rio bei Nacht zu betrachten fällt schwer, sind die Scheiben der Autos meist komplett getönt, da in der Mehrheit der Zeit im Jahr eher zu viel denn zu wenig Sonnenlicht vom Himmel fällt. Außerdem
zieht bei geöffneten Scheiben der starke Geruch von Verkehr und verbrannten Müll rein, sodass man sich dann doch lieber mit den beschränkten Eindrücken begnügt.

Gelernt:
- das portugiesische Wort für Mädchen bezeichnet in Brasilien eine Prostituierte. Gut, so etwas VOR dem Fettnäpfchen zu erfahren! Auch in Grammatik und Aussprache gibt es Unterschiede, außerdem hat auch die in Rio de Janeiro gesprochene Variante im Vergleich zur Landessprache kleine Eigenheiten.


Tag 1:
Guten Morgen! Nach den eher unkomfortablen 13 Flugstunden weiß man ein Bett zu schätzen. Die Begrüßung in der Dusche durch einen kleinen Tausendfüßler am Vorabend konnte den Schlaf nicht stören - auch wenn ich zu meiner Verwunderung vor seiner Giftigkeit gewarnt wurde - denn es waren weder die erwarteten Kakerlaken, noch Moskitos zu Gast, auch keine Affen und Fledermäuse. Besonders hart scheinen die hiesigen Insekten kaum zu sein, denn eine deutsche Mücke würde sich von einem Winter mit 15°c und dem ein oder anderen Schauer sicher nicht unterkriegen lassen ;)
Für den ersten Tag genügte eine Stadttour im Auto und ein anschließender Einkauf, um alle Sinne auszulasten. Anders als in typischen Urlaubsorten kann man sich nicht darauf verlassen, dass etwas "irgendwie schon" klappt. Verkehrsregeln existieren entweder nicht (überholen wahlweise links, rechts oder in der Mitte), oder werden gemeinschaftlich ignoriert (rote Ampeln, Licht). Eine Mango lässt sich im Regal noch leicht identifizieren, bei neutral verpackten Naturalien hilft oft nur ein Blick ins Wörterbuch. Manche Wörter lassen sich noch durch französische Vorkenntnisse erschätzen.
Interessant sind auch die Preise im Verhältnis zu Deutschland: europäisches Obst wie Äpfel, Birnen oder Kirschen sind teuer, die für uns so exotischen Früchte bekommt man weitgehend hinterher geschmissen. Dafür bezahlt man für 30 deutsche Servietten 8€, und kauft sich im selben Laden eine Schachtel Zigaretten und eine Flasche Schnaps für zusammen 2€. Man sollte sich also schon anpassen, denn wer auf seine Lieblingsschokolade von Zuhause nicht verzichten möchte zahlt durch die hohen Importsteuern leicht mal ein halbes Vermögen...

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hallo du Urlauber :)
Also Rio hab ich mir irgendwie schöner vorgestellt, die Fotos würden zwar kombiniert mit Sommer schöner aussehen, was mir für dich ein wenig Leid tut, aber wie ich dich kenne, rennst du trotzdem im Tshirt rum ! :)
Die Fotos von den Shacks find ich krass ... Gibt's bestimmt tausende solcher Viertel in Rio ... Du wohnst doch nicht in so 'nem Hochhaus, oder ? Hab ich da irgendwas falsch verstanden ?

Schätzeken, ich werd heut ganz fest an dich denken, wenn wir alle dem Fußballspiel entgegenfiebern (ich als eingefleischter Fan sowieso), und du maximal deinen Onkel neben dir sitzen hast ... Kennen die auf deinem Kontinent sowas wie Public Viewing ? Wahrscheinlich ist das da nur ein Anlass, um beklaut zu werden :D

Ich freu mich auf mehr Fotos und mehr so wunderschön formulierte Eindrücke deiner Reise !

Halt die Ohren steif, Tiger !
:-*